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Thema des Essaywettbewerbs 2010
DIE MEDIEN
FLUCH ODER SEGEN FÜR DIE DEUTSCH-CHINESISCHEN BEZIEHUNGEN?


Die Medien werden in der westlichen Welt gerne und häufig als Vierte Gewalt im Staate bezeichnet. Aber auch in Ostasien und im Speziellen in China ist ihr Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen gewaltig. Tagtäglich sehen sich Deutsche und Chinesen einer Flut an medialer Berichterstattung ausgesetzt. Die Frankfurter Buchmesse, deren Ehrengast 2009 die Volksrepublik China war, ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie unterschiedlich Ereignisse in unseren beiden Ländern jeweils wahrgenommen werden. Als Angriff auf China wurde die Einladung regimekritischer Schriftsteller durch die chinesische Presse bewertet. Die deutsche Presse sinnierte zeitweise darüber nach, ob man nicht besser ein anderes Land zum Ehrengast hätte ernennen sollen. Auch im Vorfeld der Olympiade 2008 sowie während der Proteste in Tibet und Xinjiang kam es in den Medien beider Länder zu heftigen Diskussionen.

Angesichts der enormen Wirkungskraft der von Fernsehen, Presse, Radio und Internet geprägten Bilder und Einschätzungen fällt es oftmals schwer, das so vermittelte China-Bild oder Deutschland-Bild nicht einfach unreflektiert zu übernehmen. Medien unterstützen die Meinungsbildung in der Bevölkerung nicht nur, sondern nehmen sie zu einem großen Teil sogar vorweg. Das kann für die zwischenstaatlichen Beziehungen Chinas und Deutschlands gleichermaßen vorteil- wie nachteilhaft sein.

In unserem Essaywettbewerb möchten erfahren, wie deutsche und chinesische Studenten den Einfluss der Medien ihres eigenen Landes auf die deutsch-chinesischen Beziehungen einschätzen.
Ist dieser Einfluss eher positiv oder negativ zu sehen? An welchen Beispielen wird dies deutlich? Gibt es so etwas wie einen Konsens über das Bild der jeweils anderen Nation, der sich durch die gesamte Medienlandschaft des Landes zieht? Oder vermittelt eine bestimmte Zeitung beispielsweise ein ganz anderes China- bzw. Deutschland-Bild als eine andere? Werden durch die jeweilige Berichterstattung systematisch Vorurteile geschürt oder, im Gegenteil, diese ausgeräumt oder zumindest relativiert? Wie prägen die Medien die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Beziehungen Chinas und Deutschlands? Gehen sie hierbei verantwortungsvoll mit ihrer Macht um? Und schließlich: Wie sollte eine konstruktive, den deutsch-chinesischen Beziehungen förderliche Medienlandschaft ausgestaltet sein, und welche Schritte wären hierfür notwendig?

Ziel soll es sein, sich (selbst-)kritisch mit den Medien des eigenen Landes auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund sind deutsche Studenten dazu angehalten, ihren Fokus auf die deutschen, die chinesischen Studenten dagegen auf die chinesischen Medien und deren Einfluss auf die bilateralen Beziehungen zu legen.